Montag, 5. November 2018

1918 – 2018 - 100 Jahre Ende des 1. Weltkrieges

Derzeit wird in den Medien auf breiter Ebene an das Kriegsende des 1. Weltkrieges erinnert, das sich am 11. November 2018 zum 100. Mal jährt. Die Historiker sprechen von 17 Millionen Menschenleben, die dieser Krieg weltweit gekostet hat.

Am 28. Juli 1918 wurde der Krieg erklärt. Bei den Bauern stand die Getreideernte  vor der Tür und die Männer, die für die schwere  Erntearbeit gebraucht wurden, mussten in den Krieg ziehen. Die Kriegsnot wirkte sich schnell zu Hause in den Familien aus. Väter, Ehemänner, Söhne, Brüder fehlten. Ob sie wieder kommen würden, war ungewiss. Erwin Rebmann recherchierte über die Gefallenen und Vermissten Männer beider Weltkriege aus Walddorf und Häslach. In Häslach, das damals ca. 450 Einwohner zählte, gab es 20 Gefallene und 1 Vermissten, in Walddorf, mit etwa doppelt so viel Einwohnern, 51 Gefallene und Vermisste. Von den vermissten Soldaten kam keiner mehr zurück. Im 2. Weltkrieg waren es in Walddorf 92, in Häslach 27 Gefallene und Vermisste.


Johannes Rebmann, 1876 – 1914
Bildertanzquelle: Erwin Rebmann

Johannes Rebmann, Erwin Rebmanns Urgroßvater, gehörte zu den ersten gefallenen Soldaten 1914 aus Walddorf. Die Familien, als die Hinterbliebenen, erhielten zum Gedenken an ihre Gefallenen als gerahmtes Bild eine sogenannte „Gefallenen Chronik“, deren Inhalt wir hier komplett wieder geben können.
„ Johannes Rebmann
Gefreiter im Württembergischen Reserve Infanterie Regiment Nr. 247
Er wurde Geboren am 22. Mai 1876 zu Walddorf
Gefallen am 23. Oktober 1914 bei Becelaere
Aktiv gedient von 1896-1898 beim 10 Württembergischen Infanterie Regiment Nr. 180
Infolge Mobilmachung eingerückt bei Beginn des Weltkriegs Anfang August 1914
zum Landwehr Infanterie Regiment 125 und zog im Oktober 1914 ins Feld
zum Mobilen Württembergischen Reserve Infanterie Regiment Nr. 247
54. Reserve Division.
Tätigen Anteil nehmend am Feldzuge im Westen gegen Frankreich:
Kämpfe und Schlachten in Flandern, bei Ypern, an der Yser, bei Moorseele,
Gravenstafel, bei Broodseinde, Bellewaarde Ferme, bei Becelaere,
wo er am 23. Oktober 1914 den Ehrenvollen
Heldentod für sein bedrängtes Vaterland auf dem Felde der Ehre erlitt.“

„Feld“ bedeutet hier „Schlachtfeld“ des Krieges. Der Tod „im Feld“ wurde staatlicherseits als „Heldentod“ und „ehrenvoll“ verherrlicht. Sein Frau war zur Witwe, seine Kinder zu Waisen geworden.Erwin Rebmann forschte nach und fand heraus, dass sein Urgroßvater zusammen mit vielen anderen Soldaten beim Sturm über einen Acker vom Gegner nieder geschossen wurden. Begraben sind sie in einem sogenannten „Kameradengrab“, das heißt hier „Massengrab“ in Langemark in Belgien.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

https://de.wikipedia.org/wiki/Erste_Flandernschlacht
Kaum zu glauben, dass gut zwanzig Jahre später ein
noch schlimmerer Krieg beginnen sollte.