Montag, 23. Oktober 2017

Zeitzeugen - Kriegsende 1945



Filmnachmittag
Sonntag, 19. November 2017, 15.00 Uhr in der Gemeindehalle

Leben im Kugelhagel - Das Kriegsende in Walddorfhäslach

Zeitzeugen vor der Kamera: Wie die Menschen in und um Reutlingen Krieg und Besatzungszeit erlebten, zeigen wir in einem Filmnachmittag am Sonntag, 19. November 2017, 15.00 Uhr, in der Gemeindehalle, Walddorfhäslach.

Was war eigentlich los in Walddorf und Häslach, als vor mehr als 70 Jahren Tiefflieger über unsere Orte brausten, die Franzosen einmarschierten und die Menschen versuchten, ihr Leben und Überleben im Alltag zu bewältigen? In den vergangenen drei Jahren ist der Journalist Raimund Vollmer mit seiner Kamera diesen Fragen hier und in unserer Region nachgegangen, hat rund 30 Zeitzeugen, davon neun Männer und Frauen aus Walddorfhäslach, interviewt - Menschen aus unserer Gegend, die über ihre Erlebnisse im Umfeld des 2. Weltkrieges zu interviewen. Es waren zumeist Menschen, die - wie seine Gesprächspartner in Walddorf und Häslach 1945 noch sehr jung waren, vielleicht gerade erst erwachsen geworden, noch Kinder oder Jugendliche waren. Er hat diese Gespräche zu einem Film zusammengefasst, der eine Zeit wiederaufleben lässt, die man schon deswegen nicht vergessen darf, weil sie sich niemals wiederholen darf. Dabei hat er für den Kulturgüterverein Walddorfhäslach, der ihn bei der Suche nach Zeitzeugen tatkräftig unterstützt hat, die Erlebnisse in Walddorf und Häslach besonders berücksichtigt. Aber man bekommt nicht nur Einblick in die zum Teil bestürzenden Erinnerungen der Menschen von hier, sondern auch aus der gesamten Umgebung.
Sehr authentisch sind die Menschen, denen man in den Interviews ansieht, wie sehr die Ereignisse von damals sie noch heute bewegen. Es sind erschütternde Berichte, aber auch besinnliche - und vor allem sehr, sehr menschliche. Vieles, was damals geschah, ob der Aufstand der Frauen in Pfullingen oder die Tiefflieger in Walddorfhäslch, die Besatzungszeit in Altenburg, die Bombenangriffe auf Reutlingen - ein Streifzug durch die Ereignisse, wie sie damals die Kinder und Jugendlichen erlebten, ist Inhalt dieses 90minütigen Films. Auch wenn unter den Zeitzeugen einige bekannte Namen zu finden sind, so sind es doch überwiegend ganz normale Menschen aus der Mitte dieser Zeit, die hier zu Wort kommen. In seiner Einführung führt uns dieser Film in die ersten 50 Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Wir sehen übrigens auch ein Reutlingen, das man - wie der Autor - als eine verschwundene Stadt bezeichnen könnte. Der Autor selbst ist Jahrgang 1952, hat also selbst diese Zeit nicht erlebt. Raimund Vollmer ist Initiator und Macher der Aktion Bildertanz.

Der Film ist in am 19. November, passend zum Volkstrauertag, in der Gemeindehalle zu sehen. (Text nach Raimund Vollmer)

Zwei der Gesprächspartner, beziehungsweise Gesprächspartnerinnen, die als Zeitzeugen in dem Film über ihre Erinnerungen berichten.

Bildertanzquelle. Raimund Vollmer

Walter Gaiser, Jahrgang 1929, Gründer und Seniorchef der Biolandgärtnerei. Er wurde in Häslach geboren und wuchs dort auf.
Bildertanzquelle: Raimund Vollmer
Erna Decker geb. Dürr, Jahrgang 1926, liest aus ihren Erinnerungen, die sie für die Nachfahren aufgeschrieben hat. Sie wurde als Tochter des Talschnieds in Walddorf geboren und wuchs dort auf.

Der Film wird in zwei Teilen, jeweils etwa 45 Minuten gezeigt. Dazwischen liegt eine Pause, in der eine kleine Bewirtung angeboten wird. 

Montag, 16. Oktober 2017

1940 – Neuer Talbrunnen



1940 wurde die Kappel in Walddorf ausgebaut. Im Zuge dieses Straßenausbaus musste der alte  Talbrunnen verlegt werden (Post vom 03. und 11.Juli 2017). Von der Ecke Friedhofstraße/Talbrunnenweg wurde er weiter in Richtung Talschmiede ,näher zum Bach (Mühlbach), gerückt. Auf dem Foto im Hintergrund die Talschmiede, im Mittelteil den neu angelegten Talbrunnen, eingezäunt mit einem Scherenzaun. Der Zeit entsprechend erhielt er eine „moderne“ Form mit einem Brunnentrog aus Beton. Der alte Sandsteintrog wurde außerhalb der neuen Brunnenanlage im Talbrunnenweg platziert und diente weiter als Vieh- und Pferdetränke.
Erna Decker, geb. Dürr,  die in der Talschmiede aufwuchs, erzählt zum Beispiel, dass die Pferde des Nachbarn alleine zum Brunnentrog kamen und nach dem Trinken auch wieder selbstständig  zurück zu ihrem Stall liefen. Auch weiß sie zu berichten, dass der neue Talbrunnen nach dem Ausbau der Kappel zwar noch ein Laufbrunnen geblieben war. aber weniger Wasser schüttete, als zuvor.
Die Jugendlichen auf dem Foto sind, am neuen Brunnen, von links, Irma Schiwek, Ludwig Marstaller, Erna Dürr. Im wahrsten Sinne als Zaungast ,rechts, schaut die Nachbarin Else Heim, Seilers Else, zu.
Bildertanzquelle: Erna Decker, geb. Dürr.

Montag, 9. Oktober 2017

1914 – 1918 - Kampfpause



Das Foto eines unbekannten Soldaten ( Post vom 02. 10. 2017), wurde noch zu Hause gemacht, bevor es in den Krieg ging. Das heutige Foto lässt schon mehr den Ernst der Kriegsnähe spüren. Statt vor einem schönen Landschaftsbild, stehen diese beiden Soldaten am Eingang eines Unterstandes, der in die Erde gegraben und mit Holzbalken abgedeckt ist. Ein Erdloch als Schutz ist der ganze „Komfort“ für die Soldaten, auch bei Wind, Regen, Kälte und Schnee. Für die Kriegsrealität ist selbst dies noch ein „schönes“ Foto. Kampf und Sterben auf „dem Feld“ und in den Schützengräben wurden nicht fotografiert. Nach den uns überlieferten Angaben handelt es sich bei den beiden Soldaten links um J. Weinmann, rechts steht Johannes Hauser, geboren 1890 in Häslach. Letzerer war nach dem Zweiten Weltkrieg, von 1945 bis 1963, Bürgermeister in Häslach.

Bildertanzquelle: Irene Häussler, Enkelin von Johannes Hauser