Montag, 20. Februar 2017

1935 / 36 - Volksschule Häslach



Die Schulpflicht dauerte damals noch sieben Schuljahre. Die ältesten Schüler auf dem Bild sind demnach 13 Jahre alt. In vielen Dörfern gab es einklassige Volksschulen, so auch in Häslach. Das heißt, dass alle Schuljahrgänge, Klassen eins bis sieben, in einem Klassenraum von einem Lehrer, unterrichtet wurden. Jahrgangsübergreifendes Lernen ergab sich von selbst. Ebenso soziale Kompetenz, die Ältere halfen den Jüngeren. Ältere Schüler fungierten auch manchmal als „Hilfslehrer“ für jüngere Schüler.
Fotografiert wurde dieses Bild auf der Kirchentreppe, die zum Haupteingang führte. Rechts ist ein Fenster der Sakristei zu sehen. Das eiserne Tor, rechts, ist noch das Originaltor aus den ersten Jahren nach Einweihung der Häslacher Kirche im Jahr 1900. Der Vorplatz der Häslacher Kirche wurde in den 1960ern komplett umgestaltet, Treppe und Tore gibt es nicht mehr.
Dank Ella Brodbeck können wir hier die Namen der der Schüler und des Lehrers bringen.
1.     Reihe, vorn, sitzend (von li nach re): Wilhelm Braun, Walter Gaiser, Erwin Heim, Hans Förster, Erich Braun, Walter Jehle, Helmut Lang
2.     Reihe, sitzend: Eugen Gaiser, Kurt Schölkopf, Karl Welsch, Willi Heim, Helmut Leitenberger
3.     Reihe, stehend: Richard Heim, Hilde Roth, Hildegard Necker
Reihe: Sophie Jehle, Hedwig Schölkopf, Ella Welsch, Klara Lauxmann, Hildegard Kostenbader, Meta Lauxmann, Frieda Schölkopf
4.     Reihe: Heim Hedwig, Hilde Hauser, Erna Leitenbeger, Lore Bauer, Else Armbruster, Häfner Liesl
5.     Reihe: Hilde Welsch, Anne Heim, Alwine Müllerschön, Hilde Grass, Anna Armbruster, Erna Leitenberger
6.     Reihe: Hilde Braun, Liesl Welsch, Anna Hauser, Erna Welsch, Hemine Schölkopf, Emma Necker
7.     Reihe: Karl Heim, Robert Roth, Walter Leitenberger, davor: Karl Leitenberger, Heinrich Heim
Walter Heim, Heinrich ?, Lehrer Hermann Link, Karl ?, verdeckt: Gotthilf Rebmann, Gottlob Grass Albert Roth
Bildertanzquellen:
Foto: Lore Zieringer, geb. Bauer
Namen: Ella Brodbeck, geb. Welsch

Montag, 13. Februar 2017

1981 - Ortsentwicklung




„Nach Abbruch Walddorfer Kirche besser im Blickfeld!

So lautete die Überschrift am 03. April 1981 im Reutlinger Generalanzeiger unter diesem Foto. Dank der Familie Neuscheler steht uns der ganze Zeitungsartikel samt Bild samt Text zur Verfügung. Das Haus, rechts der Gustav – Werner – Straße, das vom Pfalzgrafenhof mit der Giebelseite bis zum Straßenrand reichte, gibt es heute nicht mehr. An seiner Stelle steht heute das Evangelische Gemeindehaus Walddorf. Im November 1997 wurde es eingeweiht, wird somit 2017 zwanzig Jahre alt. Mitte der 1990er Jahre erwarb die Kirchengem Walddorf das ehemalige „Decker“ Haus von der bürgerlichen Gemeinde. Historische interessant lesen sich die Überlegungen des Gemeinderats von 1981.

Hier können Sie den zum Bild gehörenden Zeitungstext lesen.:
„Etwas mehr dem Blick freigelegt ist die evangelische Kirche in Walddorf, wenn das Gebäude Pfalzgrafenhof 1 (auf diesem Bild rechts), das sich bereits im Besitz der Gemeinde befindet, abgebrochen ist. Der Gemeinderat hat über die Gestaltung dieses Bereichs noch keine endgültige Entscheidung gefasst, nachdem mehrere Möglichkeiten in der Sitzung vergangene Woche durchdiskutiert wurden. Zwei sind in die engere Wahl gekommen. Zum einen wäre es denkbar, dass auf eine Bebauung gänzlich verzichtet wird und dort eine Grünzone mit Parkplätzen entsteht. Zum anderen könnte dort Wohnraum geschaffen werden, was jedoch eine Reduzierung der Parkmöglichkeiten wie auch der Bepflanzung bedeuten würde. An der Straßenführung würde sich nicht mehr viel ändern. Die Straße befindet sich bereits im Ausbau.“
„GEA – Foto: Pacher“

Bildertanzquelle: Familie Neuscheler

Montag, 6. Februar 2017

1930er - Familienfoto

Das Foto sieht ganz nach Familienidylle aus und war es zu der Zeit auch noch. Es muss ein Hochzeitsfest gewesen sein, bei dem die Familie eingeladen war, als dieses Foto entstand. Die Eltern, "S'Ochsenwirts Heinrich" , Heinrich Heim mit seiner Frau Luise geb. Jehle, aus Häslach, tragen am Revers ihr Hochzeitssträußchen. die drei Söhne eine Blume. Die junge Frau dürfte eine Verwandte, vieleicht die Patentante - Dote - der drei Buben gewesen sein. Die Söhne sind Heinrich, Jahrgang 1917, Karl 1925 und Richard 1927. Die Aufnahme könnte um 1935/37 gemacht worden sein.
Wenige Jahre später, am 01. 09. 1939 brach der Zweite Weltkrieg aus. Der älteste Sohn, Heinrich, war am 15. September 1939 der erste gefallene Soldat aus Häslach. Der jüngste, Richard, fiel, noch 17jährig, am 07. Januar 1945. Der zweite Sohn, Karl, kam zuerst an die russische, dann an die französische Front und dort in französische Gefangenschaft. Nach dem Krieg kam er mit einem Lungensteckschuss, der ihm zeitlebens blieb, nach Hause.

Bildertanzquelle: Helga Neun geb. Heim

Montag, 30. Januar 2017

1910 - Der Hefemann kommt

Hefe war kein Artikel, den man einfach im Laden kaufen konnte, sofern es überhaupt einen Krämerladen im Dorf gab. Viele Waren des täglichen Lebens wurde im Hauserhandel an die Leute gebracht, vor allem auf den Dörfern. Hefe zum Backen gehörte dazu. In bestimmten Abständen kam ein Hefehändler ins Dorf. In Walddorf war es z. B. der "Hefemann", rechts im Bild, aus Schlaitdorf. In einem Säckchen über der Schulter trug er die Hefe mit sich. Man wusste, wann er kommt und wartete auf ihn, versammelt am Straßenrand. Unsere heutige Aufnahme wurde in Walddorf gemacht. Eines der mit wartenden Kinder, ein Mädchen, wurde 1905 geboren. Daraus kann geschlossen werden, dass das Foto um 1910 gemacht worden ist.
Bildertanzquelle: Sammlung Schaal.

Montag, 23. Januar 2017

1940er - Hausschlachtung






 Im Winter wurde "gmetzged", das heißt, geschlachtet. Der Metzger kam ins Haus. Geschlachtet wurde die eigene Sau aus dem eigenen Stall. Der Schlachtplatz war die Scheune. Der Winter als Schlachtzeit. Dies war vorgegeben, nicht allein, weil von Frühjahr bis Herbst die Feldarbeit vorging. Wichtiger war die Kälte des Winters. Künstliche Kälte von Kühlschrank oder Gefriertruhe gab es nicht, nur die natürliche Kälte der Jahreszeiten. Für den bäuerlichen Haushalt war der Schlachttag und die Tage danach, sehr arbeitsintensiv. Es galt, die verderblichen Lebensmittel, Fleisch und Wurst, rasch haltbar zu machen. Was nicht gleich verzehrt werden konnte, musste verarbeitet werden. Zur Konservierung wurde Wurst z. B. in Dosen eingemacht, Fleisch durch Einsalzen haltbar gemacht. Fleisch, das "in den Rauch gehängt" wurde, ergab sehr haltbares Rauchfleisch.
Auf dem Foto sehen wir ein bereits geschlachtetes Schwein, dessen beiden Hälfte an einem speziellen Gestell an Holzhaken in einer Häslacher Scheune aufgehängt sind. Die Hälften sind bereits "ausgenommen", das heißt, die Innereien sind entfernt. Hausschlachtungen waren bis in die 1950/60er Jahre üblich.

Bildertanzquelle: Familie Hilde Roth