Dienstag, 19. November 2019

1950er - Fahrzeuge


1950er – Beginn der der individuellen Mobilität durch Motor –ä Fahrzeuge
Beginnendes Strukturwandel von der Bauerngemeinde zum industriellen Erwerb

1952 - Motorrad


Bildertanzquelle: Hilde Fröhlich

Für dieses Foto hat die junge Frau in Sonntagskleidung auf dem Motorrad ihres Vaters Platz genommen. Der Rock ist selbst gestrickt, die Jacke selbst bestickt.
Motorrad- und Autofahren war Anfang den 1950er Jahren noch Männersache. Die
wenigsten Frauen besaßen überhaupt einen Führerschein. Hilde auf dem Foto gehörte zu den ersten Frauen, die in jungen Jahren einen Führerschein besaßen. Sie brauchte ihn für die Landwirtschaft. Sie durfte aber auch mit dem Motorrad ihres Vaters fahren. Das Motorrad auf dem Foto hatte ihr Vater für sein Gipstergeschäft angeschafft.

1958 – Strukturwandel:  Lloyd contra Heuwagen


Bildertanzquelle: Familie Neuscheler

Geradezu symbolisch für den beginnenden Strukturwandel in der Zeit der 1950er Jahre,  steht diese Foto. Der große Heuwagen als Vertreter der Landwirtschaft, dominiert das Bild. Der kleine Lloyd, den man sich leisten konnte, - Vertreter der neuen Mobilität, -  verschwindet fast unter dem Heuwagen. Dass die Landwirtschaft in Walddorfhäslach im Jahr 1958 noch vorherrschend war, beweist dieses Foto.
Geradezu winzig wirkt das kleine Auto neben dem voll beladenen Heuwagen.
„Unser erstes Auto Llyod 400, 14 PS - Zweitaktmotor, Baujahr 1954, Kaufpreis 1800 DM bei 46 000 km, 1958.“ So genau ist dieses Foto beschrieben worden. In diesem kleinen „fahrbaren Untersatz“ fand die ganze Familie Platz. Sicherheitsgurte gab es noch nicht und damit auch keine Anschnallpflicht.

 Verkaufsstellen des Bildbandes "Historische Fotografien - Walddorfhäslach", siehe Post vom 09. Novlember 2019.

Donnerstag, 14. November 2019

1950 - Neue Kirchenglocken

Bildquelle: Sammlung Schaal

Bereits ab 1940, kurz nach Kriegsbeginn, mussten landesweit Kirchenglocken abgeliefert werden. Das Metall wurde zu Kriegszwecken gebraucht. Die Glocken wurde eingeschmolzen, um Kriegsgeräte herzustellen. Den Kirchengemeinden wurde meist nur eine, die kleinste Glocke, gelassen. Auf dem Foto feiern in Walddorf die Menschen 1950 den Empfang von zwei neuen Glocken. Ab dem 12. März 1951 war das Geläut der Walddorfer Kirchen dann mit dem Einzug der vierten und letzten Glocke wieder vollständig. Dieses Foto finden Sie in unserem Bildband auf Seite 141 unter der Rubrik „Kirche“.

Mittwoch, 13. November 2019

Vom Flachs zum Leinenfaden

1910er Jahre: Flachsschwingen

Bildquelle: Sammlung Schaal

Die beiden Frauen rechts, sind mit Flachsschwingen beschäftigt, eine dritte links mit Socken stricken. Der Kleidung nach könnt das Foto aus der Zeit um 1910 stammen. Vereinzelt gab es Flachsbearbeitung von Hand noch bis in die 1940er Jahre.
Das Flachsschwingen war eine Winterarbeit der Frauen. Es handelt sich um einen Arbeitsgang auf dem mühsamen Weg von der Flachspflanze (Lein) bis zum Leinfaden, der zum Nähen oder Weben verwendet wurde. Beim Flachsschwingen werden die getrockneten und mit der Brechete gebrochenen Flachsfasern von den groben Teilen durch Schwingen mit dem hölzernen "Schwingschwert" gereinigt. Die weicheren langen Fasern werden anschließend zur weiteren Reinigung durch die "Hechel" (ein Nagelbrett) gezogen. Danach erst kann daraus ein Faden gesponnen werden. 
Dieses Foto finden Sie auch in unserem Bildband auf Seite 99.

1933: Flachs spinnen von der Kunkel

Bildquelle: Hilde Roth

Hier werden Flachsfasern (Leinfasern) zu einem Faden (Leinenfaden) versponnen. Dass es sich hier um Flachs handelt, ist an der "Kunkel" (Ständer neben dem Spinnrad, im Norddeutschen "Rocken") zu erkennen. Wolle vom Schaf wurde "aus der Hand" gesponnen, Flachs von der Kunkel.
Der Verwendungszweck richtete sich nach der Beschaffenheit der Fäden. Um Säcke zu flicken bedurfte es grober Fäden, zum Nähen und Flicken von Wäsche und Kleidung feinere.
Die "Ahne" (Großmutter) Margarete Graß sitzt mit ihrem Spinnrad neben dem Ofen in der Wohnstube. Ein gusseiserner Ofen, wie er im Hintergrund zu sehen ist, stand in vielen Stuben. Meistens stammte er aus Wasseralfingen. Auf ihm und in ihm wurden Sachen warm gehalten. Da stand zum Beispiel der Milchhafen, in den Türchen die Krautschüssel.
Dieses Foto finden Sie auch in unserem Bildband auf Seite 100.

Samstag, 9. November 2019

Bildband: Historische Fotografien Walddorfhäslach

Bildband: Historische Fotografien Walddorfhäslach

Unser Bildband mit dem Titel "Historische Fotografien. Walddorfhäslach" ist ab sofort bei folgenden Verkaufsstellen zum Preis von 16,90 Euro erhältlich:

  • Schreibwarengeschäft Böttler
    Hauptstraße 11, Walddorfhäslach | Telefon: 07127 18215
  • Kaufhaus Löffler-Schweiker
    Hauptstraße 15, Walddorfhäslach | Telefon: 07127 31322
  • Café Einzigartig
    Dettenhauser Str. 23, Walddorfhäslach | Telefon: 07127 7043893
  • Vereinsmitglied René Maurer (nach telefonischer Rücksprache)
    Rosenweg 14, Walddorfhäslach | Telefon: 07127 922133
  • Vereinsmitglied Erika Armbruster (nach telefonischer Rücksprache)
    Dorfstraße 14, Walddorfhäslach | Telefon: 07127 32391

Seine Premiere feierte der Bildband bei unserer diesjährigen Jahresausstellung im Juli 2019. Auf gut zweihundert Seiten präsentiert der Kulturgüterverein Walddorfhäslach e.V. in diesem Bildband Schätze aus seiner Sammlung historischer Fotografien. Tauchen Sie in die Geschichte Walddorfhäslachs ein und bewundern Sie die zum Teil weit über einhundert Jahre alten Aufnahmen. Kurze Textpassagen weisen auf die Eckdaten der Fotos hin und vermitteln interessantes Hintergrundwissen.

Montag, 7. Oktober 2019

1915 – im Schützengraben


Bildertanzquelle: Hermine Müllerschön, Brigitte Schättler


Das heutige Foto hat mehr als 100 Jahre hinter sich, gemacht wurde es während des ersten Weltkrieges (1914 – 1918), genau 1915 zur Verwendung für eine Postkarte. Während des Krieges waren junge Frauen „in der Heimat“ aufgefordert, unverheirateten Soldaten „an der Front“ Karten zu schreiben, dass auch sie Post bekamen. Bei der obigen Karte handelt sich um eine Erwiderung des Eugen Schölkopf. Geboren 1894, aus Häslach an seine Nachbarin.
Auf dem Foto steht Eugen rechts. Der andere Soldat  ist uns nicht bekannt. Das Bild zeigt nicht die Wirklichkeit des Krieges. Krieg war kein Freizeitvergnügen mit Zeitung lesen. Der Bevölkerung wurden schöne Bilder geliefert. Der damals 21 – jährige Eugen Schölkopf schrieb an seine Nachbarin am 01. Dezember 1915: (Text auf der Rückseite der Postkarte)
„Liebes Frl. (Fräulein) Kühfuß. Hier sende ich auch ein Bild von mir. Deine Karte habe ich auch erhalten. Es grüßt dich herzlich Eugen. Viele Grüße auch an meine Eltern.“

Eugen Schölkopf hatte noch fünf weitere Geschwister. Einer davon, sein Bruder Georg, geboren 1897, fiel im April 1918. Eugen  kam wieder zurück. 1922 heiratete er Marie Kümmerle aus Oferdingen. Die Hochzeit wurde im Gasthaus zum Ochsen in Häslach gefeiert. Zwei Töchter, Hermine und Friedel,  kamen 1923 und 1927 zur Welt. 1928 verstarb Eugen Schölkopf an einer kurzen Krankheit, die heute vermutlich nicht mehr zum Tod führen würde.