Donnerstag, 2. Juli 2020

1949/1950 - Hochwasser

Bildertanzquelle: Sammlung Schaal
 
Hochwasser in der Walddorfer Ortsmitte? Wie soll es denn dazu gekommen sein mag sich manch einer fragen. Dieses Foto ist zeitlich vor 1950/51 einzuordnen. Zu dieser Zeit war der durch Walddorf fließende Mühlbach noch offen, also nicht eingedolt und verlief oberirdisch. In regenreichen Zeiten trat der Bach immer wieder über seine Ufer hinaus und bescherte Hochwasser in der Ortsmitte.
Das Foto ist von der Hauptstraße aus in Richtung heutiger Dettenhauser Straße aufgenommen. Links geht es in die Heidlinsgasse. Auf dem Platz links vor den Häusern befindet sich heute der Busbahnhof. (Buch Seite33)

Montag, 22. Juni 2020

1930 - Bäckerei und Kolonialwarengeschäft

1930
Bildquelle: Margarete Bronni

Diese Aufnahme von 1930 zeigt den kolonialwarenladen mit Bäckerei in Häslach. Vor der Ladentüre stehen der Inhaber Friedrich Müllerschön mit seiner Familie, seiner Frau Marie, Sohn Walter und Tochter Alwine. (heute Dorfstraße 40/Ecke Karlstraße). Zu kaufen gab es von Mehl, Zucker, Zimt, Schusseln, Teller, Nähnadeln, Faden, und so weiter. für den Haushalt, über Nagel, Schrauben, Krampen, usw. für den Handwerker, fast alles was gebraucht wurde. Ein Kaufhaus in dörflichem Kleinformat, dazu die Backwaren. Sohn Walter erlernte das Bäckerhandwerk und führte später den Laden mit Bäckerei weiter. (Foto Buch Seite 82)

Mittwoch, 17. Juni 2020

1958 - Busunternehmen Jehle


Bildquelle: Walter Jehle1958

 Das Busunternehmen Jehle hatte seinen Firmensitz in Häslach. Bekannt war es für die Werkslinie nach Sindelfingen ins Daimlerwerk. Zur Blütezeit in den  1970er Jahren fuhr das Unternehmen mit acht Bussen täglich rund 200 Personen  nach Sindelfingen. Aber auch schon 1958 benötigte es einen Bus mit Anhänger, wie das Foto zeigt. Aufgenommen wurde es an der Haltestelle Bachbruck in Walddorf. Im Hintergrund ist der Neubau der „Linde“ zu sehen. (Buch Seite 88, Text Seite 90)

Montag, 25. Mai 2020

1966 – Einweihung des Wasserturms


Bildquelle: Helmut Speier

Der Wasserturm am Tag seiner Einweihung im Jahr 1966. Im Hintergrund ist ein Festzelt zu sehen, in dem die Fertigstellung gefeiert wurde. Der sechsundzwanzig Meter hohe Turm fasst in zwei Wasserkammern etwa dreihundert Kubikmeter Wasser. Von der Kelchförmigen Form her spricht man von einem sogenannten „Hyperboloiden“.

Montag, 4. Mai 2020

75 Jahre Kriegsende, 1945 – 2020

Am Freitag dieser Woche, am 08. Mai 2020, jährt sich zum 75. Mal, das offizielle Ende des Zweiten Weltkriegs. Bis dahin hatte Deutschland noch eine Reichsregierung. Am Tag seines Selbstmordes am 30. April 1945 hatte Hitler noch testamentarisch verfügt, dass Großadmiral Karl Dönitz als Reichspräsident die Regierung weiterführen soll. Nicht Karl Dönitz selbst, sondern drei ranghohe Generäle unterschrieben auf Verlangen der Siegermächte in der Nacht vom 08. Zum 09. Mai 1945 in Berlin für Deutschland die Kapitulationsurkunde.
Das war politisch das Kriegsende. Das Datum für die Geschichtsbücher. Für die Bevölkerung kam das Ende sukzessiv im März bis April immer dann, wenn die Siegertruppen in die Stadt oder ins Dorf einmarschierten.  In Walddorf und Häslach war das am 20. Und 21. April 1945.


 Am 27. April 2020 finden Sie eine besondere Kriegsgeschichte aud Walddorfhäslach.

Montag, 27. April 2020

75 Jahre Kriegsende 1945 - 2020 Freundschaft anstatt Feindschaft


Nach dem Frankreichfeldzug Mai/Juni 1940 kamen französische Kriegsgefangene  nach Deutschland. Sie wurden in der Industrie und in der Landwirtschaft als Arbeitskräfte  eingesetzt.
Die Gefangenen, die zu den Bauern nach Walddorf kamen, wurden am Rathaus versammelt. Die Bauern, denen ein  Gefangener zugeteilt worden war, kamen zum Rathaus und suchten sich einen aus.
Dazu muss man sagen, dass keiner von ihnen äußerlich gut ausgesehen hätte. Sie waren tagelang auf Transport gewesen, hungrig, dreckig, unrasiert, teilweise noch verrußt.
Viele jungen Männer waren vor den einrückenden Militär in die Wälder geflohen. Oft wurde diese dann angezündet.
Am Ende war einer der Gefangenen, Emil,  übrig geblieben. Niemand wollte ihn haben. Weinend saß er da.
Der Ortspolizist, der die Gefangenen zu beaufsichtigen hatte konnte ihn nicht sitzen lassen. Er fragte seinen Schwager, ebenfalls Bauer, ob er ihn übernehmen könnte. Der sagte zu.
Emil hat es gut getroffen. Er wurde Teil der Familie. Der Segen lag auf beiden Seiten; die Familie hatte einen treuen Mitarbeiter gefunden und Emil eine Familie. Woran  er sich noch nach Jahrzehnten erinnerte, er hatte immer genug zu essen bekommen. In Kriegszeiten keine Selbstverständlichkeit.
Da er gelernter Metzger war, wurde er nach einiger Zeit an den Schlachthof nach Tübingen abgezogen. Gerne wäre er bei seiner „Familie“ in Walddorf geblieben. Doch in einer Diktatur, Kriegszeiten und dann noch als Kriegsbefangener, musste er gehen. Die gute Beziehung blieb. Als 1944/45 das jüngste Kind der Familie wegen eines Impfschadens lange in der Klinik in Tübingen lag, wurden die Klinikbesuche mit einem Besuch bei #Emil  verbunden. Dabei wurde immer auch ans Essen für Emil gedacht. Die Verkehrsmittel mach Tübingen waren damals das Fahrrad (Ohne Gangschaltung) für den Vater und ältere Schwester. Die Mutter bewältigte den Weg hin und zurück zu Fuß.

1961 – Besuch aus Frankreich


Bildquelle. Der Redaktion bekannt, ebewnso die Namen der Personen

Zum Foto: zweiter von rechts ist Emil, der ehemalige Kriegsgefangene, der „seine Familie“ 1961 in Walddorf besuchte. Die anderen Personen sind gehören zur Familie.




1961: Emils Frau mit Töchtern beim Urlaub am Bodensee

Auch nach Kriegsende bestand ein reger Briefwechsel zwischen Emil in Frankreich und seiner Walddorfer Familie. Die Briefe schloss er immer mit „Euer Emil“.
1961 besuchte Emil, inzwischen verheiratet, „seine Familie“ in Walddorf. Auf dem Weg in den Urlaub an den Bodensee machten sie einen Zwischen stopp in Walddorf. Seine Frau und seine zwei Töchter konnten Emils „Kriegsfamilie“ kennenlernen. Die Freude war beiderseits groß. Wilhelm und Anna Sch. Waren inzwischen Großeltern geworden. Das damals (1940er) kleine Kind, das er gerne auf den Schoß genommen hatte, war inzwischen berufstätig und verpasste, zum Bedauern beider Seiten den Besuch.