Montag, 9. Juli 2018

Ausstellung - Die Wirschaftswunderzeit


Vorschau - Jahresausstellung

Ende diesen Monats, am Wochenende, Samstag 28. – Sonntag 29. Juli 2018, wird, parallel zur Backhaushockete des TV und des Kleintierzuchtvereins, die Jahresausstellung des Kulturgütervereins stattfinden. Räumlich mit der Backhaushockete eng verbunden, stellen wir im Bürgersaal und Foyer des Dorfgemeinschaftshauses aus. Mit der Thematik der historischen Ausstellung gehen wir dieses Jahr zurück in die 1950er Jahre. Manche der Leserinnen uns Leser werden diese Zeit als Kinder, Jugendliche oderjunge Erwachsene selbst erlebt haben. Die nachfolgenden Generationen haben die Gelegenheit, einen Eindruck zu bekommen von der Zeit, in denen ihre Eltern, inzwischen auch Großeltern jung waren.
Das Jahrzehnt von 1950 – 1960 war eine Zeit des großen Umbruchs, politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Während zu Beginn des Jahrzehnts die Kriegszerstörungen noch allgegenwärtig waren und das tägliche Leben noch mit viel Einschränkungen verbunden war,  wandelte sich das sehr rasch. In allen Bereichen standen die Zeichen auf Neubeginn, nach vorne schauen. In dieser Aufbruchstimmung ging es bergauf. Das bedeutete aber auch, dass der Samstag noch Arbeitstag war und die Wochenarbeitszeit über vierzig Stunden lag.

Der damalige Bundesminister für Wirtschaft von 1949 bis 1963, Ludwig Erhard, , galt als „Vater des Wirtschaftswunders“. Er wurde zur Symbolfigur des sich entwickelnden Wohlstandes in Westdeutschland, der Bundesrepublik.

Ludwig Erhard mit unvermeidlicher Zigarre am Schallplattenstand der Firma Philips (Quelle: Die wilden Fünfziger).

Symbolfiguren der Lebensfreude und der neuen Art der Musik und Unterhaltung wurden Cornelia Froboess und Peter Kraus. Die Generation der Jugendlichen, die nun „Teenager“ genannt wurden, schwärmte von ihnen, den neuen Teenageridolen. Der Rock n‘ Roll, aus den USA kommend, erregte die Gemüter und begeisterte die Jungen. Unter anderem diese Art der Musik und  des Tanzes brachte dem Jahrzehnt die Bezeichnung „Die wilden Fünfziger“ ein.






Rock and Rooll – Star Peter Kraus mit Conny Froboess. (Quelle: Die wilden Fünfziger)

Das ist der Zeitrahmen auf den unsere Ausstellung Bezug nimmt. Die Ausstellung befasst sich damit, wie sich diese besondere Zeit im persönlichen Leben der Mensch auswirkte. Die Ausstellungsgegenstände betreffen zum Beispiel den neuen Stil des Wohnens der 1959er, Fortbewegungsmittel, Freizeitgestaltung. Den Besuchern werden interessante Arrangements präsentiert werden. Eine Fotoausstellung und Bilderschau runden das Ganze ab
Am Sonntag wird neben Kaffee und Kuchen eine zum Thema passende Aktion geboten.


Montag, 25. Juni 2018

1956 - - Erntezeit


2018 sind jetzt, Ende Juni, bereits die ersten Getreidefelder mit Gerste abgeerntet. Das ist einige Wochen früher, als dies zum Beispiel vor 60 Jahren bei uns der Fall war. Das obige Foto wurde vor 62 Jahren, 1956, auf einem Getreideacker in Walddorf gemacht. Die Getreideernte, noch ohne Mähdrescher, erforderte viel mühsame aufwändige Handarbeit. Auch wenn das Mähen mit dem Messerbalken des Traktors schon eine große Erleichterung war und das Getreide nicht mehr mit der Sense weggemacht werden musste blieb noch viel Handarbeit übrig. Das umgelegte Getreide musste zum Trocknen auf dem Ackerboden ausgelegt, bei nassem Wetter gewendet werden, damit es trocknen konnte. Erst wenn es ausreichend trocken war konnte es in Garben gebunden werden.
Hitze war ideales Erntewetter, weil dann das Getreide schell trocknete und bald heim gebracht werden konnte. Zur Erntezeit ging es bei Hitze nicht etwa in den Schatten, sondern in die pralle Sonne zur Erntearbeit aufs Feld.

Auf dem heutigen Foto sind acht Personen zu sehen, drei Männer und fünf Frauen. In der Regel haben die Männer die Garben gebunden, die Frauen mit der Antraggabel  das Getreide angetragen. Der dritte Mann im Bunde dürfte mit dem Traktor den Leiterwagen zum Aufladen gebracht haben,. Due Garben sind gebunden,. Jetzt wird gevespert. Sie stärken sich für die nächste Kraftanstrengung. Das Vesper bestand meist aus Brot, eigener Wurst oder Käs und Most, natürlich eigener, aus dem Sutterkrug (Krug aus Steingut mit Bügelverschluss).

Bildertanzquelle: Karl Gaiser