Montag, 12. November 2018

1964 – 60er Feier


Bildertanzquelle: Ella Brodbeck

Der Jahrgang 1904 aus Häslach präsentiert sich dem Fotografen. Sie trafen sich 1964 in ihrem Geburtsort Häslach, um gemeinsam ihren „60ten zu feiern“. Einige von ihnen heirateten „nach auswärts“, zwei von ihnen nach Walddorf, eine Frau nach Bempflingen und Ludwig Stauch zog nach Langenbrand im Schwarzwald. Die anderen waren im Ort geblieben, was damals das übliche war; denn die Verwurzelung in der Landwirtschaft bewirkte eine starke Bodenständigkeit der Menschen.

Wir sehen in der vorderen Reihe von links: Maria Stauch, Anna Welsch, Martha Maser geb. Decker, Bempflingen, Frieda Fenchel, Johannes Rebmann.
In der hinteren Reihe von links: Gotthilf Welsch, Friedrich Walker, Karl Roth, Walddorf, Maria Dreher, Ludwig Stauch, Langenbrand, Robert kümmerle, Georg Maser, Walddorf, unbekannt.

Diese Generation erlebte ein sehr unruhiges Jahrhundert. Zehn Jahre ihrer Lebenszeit herrschte Krieg im Land. 1914 – 1918, erster Weltkrieg,  waren sie Kinder. Ihre Väter und Brüder mussten als Soldaten in den Krieg. Im zweiten Weltkrieg 1939 – 1945, waren die Männer selbst an der Reihe. Sie mussten an die Front. Teilweise kehrten sie erst nach langer Gefangenschaft wieder zurück. Die Frauen waren mit Landwirtschaft und Familie allein zu Hause. In den 1920ern Jahren kam zur Nachkriegsnot noch die Inflation und die Weltwirtschaftskrise hinzu. Erst ab den 1950ern beruhigten sich die Zeiten. Ihre „60er“ Feier konnten sie  in Frieden und aufkeimendem Wohlstand mit  Dankbarkeit feiern.

Montag, 5. November 2018

1918 – 2018 - 100 Jahre Ende des 1. Weltkrieges

Derzeit wird in den Medien auf breiter Ebene an das Kriegsende des 1. Weltkrieges erinnert, das sich am 11. November 2018 zum 100. Mal jährt. Die Historiker sprechen von 17 Millionen Menschenleben, die dieser Krieg weltweit gekostet hat.

Am 28. Juli 1918 wurde der Krieg erklärt. Bei den Bauern stand die Getreideernte  vor der Tür und die Männer, die für die schwere  Erntearbeit gebraucht wurden, mussten in den Krieg ziehen. Die Kriegsnot wirkte sich schnell zu Hause in den Familien aus. Väter, Ehemänner, Söhne, Brüder fehlten. Ob sie wieder kommen würden, war ungewiss. Erwin Rebmann recherchierte über die Gefallenen und Vermissten Männer beider Weltkriege aus Walddorf und Häslach. In Häslach, das damals ca. 450 Einwohner zählte, gab es 20 Gefallene und 1 Vermissten, in Walddorf, mit etwa doppelt so viel Einwohnern, 51 Gefallene und Vermisste. Von den vermissten Soldaten kam keiner mehr zurück. Im 2. Weltkrieg waren es in Walddorf 92, in Häslach 27 Gefallene und Vermisste.


Johannes Rebmann, 1876 – 1914
Bildertanzquelle: Erwin Rebmann

Johannes Rebmann, Erwin Rebmanns Urgroßvater, gehörte zu den ersten gefallenen Soldaten 1914 aus Walddorf. Die Familien, als die Hinterbliebenen, erhielten zum Gedenken an ihre Gefallenen als gerahmtes Bild eine sogenannte „Gefallenen Chronik“, deren Inhalt wir hier komplett wieder geben können.
„ Johannes Rebmann
Gefreiter im Württembergischen Reserve Infanterie Regiment Nr. 247
Er wurde Geboren am 22. Mai 1876 zu Walddorf
Gefallen am 23. Oktober 1914 bei Becelaere
Aktiv gedient von 1896-1898 beim 10 Württembergischen Infanterie Regiment Nr. 180
Infolge Mobilmachung eingerückt bei Beginn des Weltkriegs Anfang August 1914
zum Landwehr Infanterie Regiment 125 und zog im Oktober 1914 ins Feld
zum Mobilen Württembergischen Reserve Infanterie Regiment Nr. 247
54. Reserve Division.
Tätigen Anteil nehmend am Feldzuge im Westen gegen Frankreich:
Kämpfe und Schlachten in Flandern, bei Ypern, an der Yser, bei Moorseele,
Gravenstafel, bei Broodseinde, Bellewaarde Ferme, bei Becelaere,
wo er am 23. Oktober 1914 den Ehrenvollen
Heldentod für sein bedrängtes Vaterland auf dem Felde der Ehre erlitt.“

„Feld“ bedeutet hier „Schlachtfeld“ des Krieges. Der Tod „im Feld“ wurde staatlicherseits als „Heldentod“ und „ehrenvoll“ verherrlicht. Sein Frau war zur Witwe, seine Kinder zu Waisen geworden.Erwin Rebmann forschte nach und fand heraus, dass sein Urgroßvater zusammen mit vielen anderen Soldaten beim Sturm über einen Acker vom Gegner nieder geschossen wurden. Begraben sind sie in einem sogenannten „Kameradengrab“, das heißt hier „Massengrab“ in Langemark in Belgien.

Sonntag, 28. Oktober 2018

Hobbyausstellung - 2018


 Bildertanzqzquelle: Erika Armbruster

Vergangenen Sonntag, 28. 10. 2018, durfte der Kulturgüterverein bei der Ausstellung der Hobbykünstlerinnen und –Künstlern, wieder das Foyer der Gemeindehalle gestalten. Auf dem Weg zur eigentlichen Ausstellung in der Halle wurden die Besucherinnen und Besucher im Eingangsbereich mit einer herbstlich bunten Dekoration empfangen. Auf einer alten Schallkarre (auch Schaltkarre), waren als Blickfang buntes Herbstgemüse und Herbstfrüchte in einer  sehr ansprechenden Weise arrangiert.
Bevor die Motorisierung die landwirtschaftliche Arbeit erleichterte, war bis in die 1950er und 1960er Jahre die Schalkarre, wie sie auf dem Foto abgebildet ist, ein bäuerliches Allzweck - Transportmittel. Mit dieser Karre fuhr man aufs Feld, um Feldfrüchte vom Acker, Reisig oder Holz aus dem Wald zu holen. Mit dem Schaltkarren wurden auch Brotlaibe ins Backhaus gefahren und wieder abgeholt. Der auf dem Foto abgebildete Schallkarren  ist mindestens 70 Jahre alt. Der „Zwilschsack“ auf dem Boden trägt die Jahreszahl 1877. 



Ergänzung zu „1960er Jahre  - Näherei Wurster“, Beitrag vom 22. 10. 2018 :  Frau Klein hieß „Jakobine Klein“.