Dienstag, 11. Juli 2017

2017 - Ausstellung: "Wasser für Haus und Hof"

1892: Rechts unten im Bild: Frau mit Wassergölt auf dem Kopf
Bildertanzquelle: Erika Armbruster


Ausstelllung : „Wasser für Haus und Hof“
Dorfgemeinschaftshaus
Samstag 29. – Sonntag 30. Juli 2017
Wie alljährlich findet am letzten Juliwochenende die historische Jahresausstellung des Kulturgütervereins im Dorfgemeinschaftshaus, OT Häslach, statt. Dieses Jahr präsentiert der Verein unter dem Thema „Wasser für Haus und Hof“ vergessene Raritäten des letzten und vorletzten Jahrhunderts. Das älteste Exponat, eine Email – Gölte, ist auf einem Foto von 1892 dokumentarisch festgehalten. In einer solchen Gölt = große, runde Wamme, holten die Frauen Wasser am Brunnen für den Haushalt. Auf einem Bausch = rundes Polster mit Getreidespelzen gefüllt, wurde das Brunnenwasser auf dem Kopf nach Hause getragen.

Mancher wird sich an die Holzherde erinnern mit einem seitlichen „Wasserschiff“ ,aus dem man sein warmes Wasser mit einem „Schäpfle“ schöpfte. Wem solche Dinge unbekannt sind, kann sie in der Ausstellung kennenlernen. Zinkwannen, oval oder in Badewannenform, waren immer Vielzweckwannen. Gebraucht wurden sie für den Wassertransport, um Obst zum Mosten zu waschen, Wäsche zu waschen, Kinder und Erwachsene zu baden, sommers als Sonntagsvergnügen für die Kinder als „Freibad“ im Garten.
Eine umfangreicht Fotoausstellung bereichert die Ausstellung.
Zur Eröffnung am Samstag, 29. Juli 2017, 19.00 Uhr,  spielen die Alphornbläser, unter Leitung von Bernhard Köhler, auf. Mit Lokalkolorit versehen, werden Bernhard Köhlers Kompositionen „Marderhupf“ und „Eselspolka“ als besonderer Ohrenschmaus erklingen. Die Ausstellung bietet kulturellen Genuss, die Backhaushockete am Samstagabend den kulinarischen Genuss.
Am Sonntagnachmittag, 30. Juli 2017, bewirtet der Kulturgüterverein mit Getränken, Kaffee und Kuchen. In einer Kinderaktion, parallel dazu, dürfen Kinder von Hand, mit dem Waschbrett oder einem „Wäschestempfel“, sich im Wäsche waschen im Zuber, nach alter Art – ohne Waschmaschine, – üben.
Geöffnet ist die Ausstellung, Samstag, 29. Juli, 17.00 – 22.00 Uhr, Sonntag, 11.00 – 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns jedoch über Spenden.

2017 - Ausstellung - "Wasser für Haus und Hof"

1935 - Talbrunnen

Bildertanzquelle: Sammlung Schaal



Dank Erna Decker können wir heute zu dem Brunnenfoto vergangener Woche „Talbrunnen“, Genaueres berichten. Über den Talbrunnen, den Talbrunnenweg, die Talschmiede und überhaupt über Alt – Walddorf, weiß Erna Decker mehr zu berichten, als wir in diesem Rahmen weitergeben können. Erna Deckers Elternhaus war die Talschmiede. Ihr Vater und ihr Bruder waren die Talschmiede. Am Talbrunnen trank und holte sie selbst noch Wasser. Sein Wasser galt manchem als Heilwasser. Eine Frau Hinderer, zum Beispiel, kam täglich mit einem Kännchen zu Fuß von auswärts gelaufen, um am Talbrunnen ihr Heilwasser zu holen.


Dieses Foto wurde 1935 gemacht und zeigt den alten Talbrunnen, wie er bis 1940 existierte. Der kleine Bub links ist Alfred Lang, ältester Sohn von Schuhmacher Lang aus der Heidlinsgasse. Auf dem Brunnen sitzt Hermann Marstaller. „Soilers Marie“, Maria Heim, die Frau rechts, wohnte im Eckhaus Talbrunnenweg / Heidlinsgasse gegenüber (heute abgerissen). Ihr Vater war Seiler, daher der Name „Soilers Marie“. Um seine Seile zu drehen, brauchte der Seiler viel Platz in der Länge, den es nur unter freiem Himmel gab. Der Weg rechts im Bild, die heutige Friedhofsstraße, diente ihm als „Seilerbahn“. In Richtung Friedhof drehte und spannte er die langen Seile.

Montag, 3. Juli 2017

Brunnen



Zentrale Wasserversorgungen für die Bevölkerung in den Städten und auf den Dörfern setzte voraus, dass elektrischer Strom vorhanden war, um die Wasserpumpen zu betreiben. Je nach Lage und Wirtschaftskraft der Orte wurden solche Wasserversorgungen Ende des19. - Anfang des 20. Jahrhunderts eingerichtet. Vorher lieferten Brunnen das Trinkwasser. Das Wasser für den Haushalt, das Vieh, den Garten und das Feld, mussten an den Brunnen geholt werden. Nach der Oberamtsbeschreibung Tübingen von 1867 lieferten „gutes Trinkwasser“ in Walddorf, drei laufende, neun Pump- und 18 Ziehbrunnen, in Häslach ein laufender, fünf Pumpbrunnen und vier Ziehbrunnen. Mit dem fließenden Wasser aus einem Wasserhahn im Haus, begann ein neues Zeitalter. Die Brunnen verloren nach und nach an Bedeutung, wurden aber nicht alle gleich aufgegeben. Bei Störungen in der Wasserversorgung, war man froh über die noch vorhandenen Brunnen, ebenso in trocken Jahren. Mit dem Wasser ging man sparsam um. Das Wasser aus dem Wasserhahn kostete schließlich, das vom Brunnen nicht.

Auf den heutigen Foto sehen wir den ehemaligen Talbrunnen, einen Laufbrunnen, am heutigen Talbrunnenweg, Ecke heutige Friedhofstraße, in Walddorf. 

Bildertanzquelle: Sammlung Schaal

Montag, 26. Juni 2017

1950 – Drei Schwestern – drei Brautfräulein



Das Datum dieses schönen Fotos ist genau bekannt. Der ältere Bruder, Ludwig, feierte am 29. April 1950, Hochzeit. Die drei jüngeren Schwestern durften „in d’Kirch“ führen. Das heißt, dass sie als „Brautfräulein“, andernorts auch Braujungfer genannt, jeweils zusammen mit einem Brautführer, beim Hochzeitszug dem Brautpaar voraus gingen und sie so zur kirchlichen Trauung n die Kirche führten. Die Schwestern sind von links: Anna, Hilde und Lydia. Alle in ihren 20er Jahren. Die Brautfräulein trugen lange Kleider, wie die Braut, aber schlichter, farbig, nicht weiß. Die Farbe Weiß war der Braut vorbehalten.

Bildertanzquelle: Irene Häusler, Tochter von Lydia

Montag, 19. Juni 2017

1956 - Sommerzeit – Ausflugszeit - Wanderzeit



Eine Schulklasse mit ihrer Lehrerin und begleitenden Müttern scheint auf Ausflug, beziehungsweise Wandertag, gewesen zu sein. Dem Fotografen, Karl Gaiser, scheint diese Aufnahme, auf der Höhe des Baindweges, vom Traktorsitz aus gelungen zu sein. Jedenfalls sehen wir im Vordergrund in der Bildmitte eine Traktorhaube. Der Leiterwagen rechts könnte für den Heuet bereit gestanden sein.
Die Gruppe ist Dorf – auswärts, auf der heutigen Friedhofstraße unterwegs. Die Friedhofsstraße in Walddorf befindet sich im Tal des Mühlbachs, der seit 1951/2, unterirdisch durch den Ort fließt und am Ortsende, in Richtung Dörnach, wieder an der Oberfläche tritt. Unterhalb Dörnachs vereinen sich der Mühlbach und der, aus Häslach kommende Wiesenhaupterbach, zum Merzenbach, der bei Mittelstadt in den Neckar mündet.
Die Mädchen auf dem Foto tragen alle noch Schulschürzchen, wie es damals noch üblich war. Mädchen und Frauen trugen Schürzen – zum Schutz der Kleidung beim Schaffen. Ziel der Wanderung könnte das Merzenbachtal gewesen sein, vielleicht das Hofgut Hammetweil oder das Wasserkraftwerk Röhm am Neckar in Mittelstadt. Die ganze Dörfer in der Umgebung bekam den Strom „vom Röhrm“ aus Mitterlstadt. Gleich wo es hinging, auf dem Foto sind im Hintergrund noch die Häuser von Walddorf zu sehen.

Bildertanzquelle: Karl Gaiser