Montag, 8. April 2019

1940 – 1945 – Hauptstraße Häslach


Bildquelle: Irene Häusler, Enkelin von Johannes Hauser


1940 – 1945 – Hauptstraße Häslach

Die Überschrift hätte auch „Henri“ Heißen können- Genau genommen gehört dieses Foto zum „Bild der Woche“ der vorletzten Nummer des Mitteilungsblattes (13. Woche, 18. 03. 2010). In der Mitte des Bildes steht Henri, ein französischer Kriegsgefangener.  Er hält das Pferd „Moritz“, das Arbeitspferd des Bauern, dem er als Arbeitskraft zugeteilt war. Dieser, Johannes Hauser, ist am Bildrand links zu sehen. Die Umgebung, die auf dem Foto mit festgehalten ist, hat ortshistorischen Wert. Die Hauptstraße (heute Dorfstraße) ist befestigt, wie es damals üblich war, aber noch nicht geteert. Rechts steht das alte Rathaus, das heute im Freilichtmuseum Beuren wieder aufgebaut und eingerichtet ist. An seiner Stelle befindet sich heute die Bushaltestelle „Rathaus Häslach“ des Reutlinger Stadtverkehrs. Zur Orientierung: Die Häuser links stehen heute noch (Dorfstraße 25 und 29). An der Dorfstraße 29, heute Metzgerei Rein, wurde inzwischen das Fachwerk freigelegt. Johannes Hauser wurde übrigens nach dem Krieg 1945 von der französischen Besatzungsmacht als Bürgermeister in Häslach eingesetzt. Als letzter Bauern – Schultes bekleidete er dieses Amt bis 1963.
 

Montag, 1. April 2019

1950er - Walddorf


Bildquelle: Hedwig Wurster

1950er - Walddorf

„Original Radierung“, „Walddorf“ steht als Titel unter dieser kleinen Radierung (besondere Drucktechnik) von Walddorfs Zentrum, der Kirche und des  Pfarrhauses.
Der Name des Künstlers, der diese idyllische Ansicht zu Papier gebracht hat, lässt sich leider nicht sicher rekonstruieren. Ein genaues Datum ist nicht bekannt. Die Ansicht passt jedoch  in die Zeit der 1950er Jahre.
Das Pfarrhaus mit der Mauer sind links im Bild zu sehen. In dem Haus, rechts vorn, mit Außenstaffel (steinerne Treppe) waren die Post und ein kleiner Laden untergebracht. In dem Laden gab es Dinge des täglichen Bedarfs. Das, perspektivisch kleiner erscheinende Haus danach, stand am Eingang zum Pfalzgrafenhof. Dieses Haus wurde Anfang der 1980er abgerissen. An seiner Stelle wurde, etwas von der Straße zurück versetzt, das heutige evangelische Gemeindehaus errichtet.
 Bildquelle: Erika Armbruster, 26. 02. 2019

Der kleine Laden ist längst aufgegeben, Die Poststelle inzwischen durch weitere Stationen gewandert. Das Haus an der Gustav – Werner – Straße 6 ist heute zum reinen Wohnhaus umgebaut.




Montag, 25. März 2019

1940 – 1945 - Henri


Wann dieses Foto genau gemacht wurde, können wir nicht mehr erfragen. Sicher ist der angegebene Zeitraum. Nach dem Feldzug gegen Frankreich, Mai / Juni 1940, kamen französische  Kriegsgefangene nach Deutschland. Sie wurden als Arbeitskräfte in der Industrie und der Landwirtschaft eingesetzt. Auch in unserer Region gab es sie. Einzelnen Bauern waren sie als Arbeitskräfte zugeteilt. Tagsüber arbeiteten und lebten sie beim Bauern, abends wurden sie an einem Sammelplatz vom Ortspolizisten abgeholt und in ihr nächtliches Sammelquartier gebracht. Für Walddorf und Häslach war es in Walddorf, vermutlich in der „Anstalt“ (Gemeindeeigenes Gebäude, in dem Wäscherei, Wohnung der Gemeindeschwester, Kindergarten und Kochschule untergebracht waren. Stand auf dem Platz des heutigen Saales des CVJM). Wer es genauer weiß, darf gerne anrufen, Tel.: 07127 – 32391. Morgens hatte der Dorfpolizist die Aufgabe, die Gefangenen wieder zu den Bauern zu begleiten. Das Verhältnis des hiesigen Ortspolizisten, Wilhelm Nonnenmacher, und den Gefangenen entwickelte sich über die Jahre zu einem Vertrauensverhältnis, so dass es auch vorkommen konnte, dass einer der Schützlinge die Dienstpistole zu tragen bekam.

Henri, den wir auf dem Foto sehen, war einer der französischen Kriegsgefangenen. Er war Johannes Hauser in Häslach zugeteilt gewesen. Die Buchstaben „KG“ auf seinem Pullover bedeuteten „Kriegsgefangener“. Das entsprach der staatlichen Vorschrift. In der Praxis arbeitete er und lebte er zusammen mit der Familie. Der zunächst Fremde, gehörte mit der Zeit dazu. Nach Ende des Krieges, blieb eine Freundschaft mit der Familie bestehen. Noch Anfang der 1960er Jahre besuchte er mit seiner Frau die Familie Hauser in Häslach.



Henri mit seiner Frau Hermine in Frankreich
Bildertanzquelle: Irene Häusler